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Sonographie

Die Ultraschalldiagnostik ist ein nichtbelastendes, sehr präzises Verfahren zur Abklärung einer Vielzahl von Erkrankungen.

Die Sonographie ist ein schonendes Untersuchungsverfahren, bei dem ähnlich wie bei einem Echolot Schallwellen mit einer hohen, für das menschliche Ohr nicht hörbaren Frequenz (1-15 MHz) in den Körper gesendet werden. Diese werden von unterschiedlichen Organen (Leber, Nieren, Blutgefäße) unterschiedlich reflektiert und wie ein Echo zurückgeworfen (Echographie).

Bei den diagnostisch eingesetzten Ultraschallgeräten ist die abgegebene Energie - im Gegensatz zu z.B. den zur Zertrümmerung von Nierensteinen eingesetzten Geräten - so gering, dass Nebenwirkungen nicht zu befürchten sind.

So lassen sich durch Ultraschall die meisten tastbaren Schwellungen und Knoten gut abklären, aber auch Erkrankungen des Bauchraumes (z.B. Gallensteine) oder der Muskeln und Sehnen (Zerrungen etc.) sind sicher und schmerzlos zu untersuchen.

Sollte einmal nicht klar sein, ob es sich bei einem Befund um etwas Harmloses handelt, entnehmen wir mit einer kleinen Nadel einige Zellen und lassen diese von einem Spezialisten genauer untersuchen.

Ein weiteres Einsatzgebiet moderner Ultraschalldiagnostik sind die Gefäße. Thrombosen in den Beinvenen, aber auch Verengungen der Arterien lassen sich relativ einfach darstellen oder ausschließen.

Die Grenze des Ultraschalls liegt in der Untersuchung von lufthaltigen Organen (Lunge) und Knochen, da beide nicht von den Schallwellen durchdrungen werden.

So dient die Sonographie häufig als erstes Untersuchungsverfahren, von welchem aus dann ggf. gezielt weitere Untersuchungen veranlasst werden können.

Zu den folgenden Bereichen können wir Ihnen Informationen anbieten:

Schilddrüse

Veränderungen der Schilddrüse sind in unserer Gegend sehr häufig. Meist wird der Ultraschall zusammen mit der Szintigraphie und den Schilddrüsen-Laborwerten zur Diagnostik eingesetzt. So läßt sich nur im Ultraschall die exakte Größe der Schilddrüse bestimmen. Der Ultraschall kann dabei harmlose "Strumaknoten" und Funktionsknoten (Adenome) anhand der Blutversorgung unterscheiden. Auch krebsverdächtige Veränderungen lassen sich - meist in Zusammenhang mit der Szintigraphie - aufspüren. Eine häufige Form der Überfunktion - der Morbus Basedow - geht meist mit einer deutlich vermehrten Durchblutung einher.

Halsschlagadern

Im Laufe des Lebens kommt es zu Ablagerungen in den Adern, welche teilweise verkalken können und die Gefäße einengen (Plaques). Dieser Prozeß wird durch äußere Einflüsse wie z.B. Rauchen oder zuviel Cholesterin zusätzlich beschleunigt. Kommt es nun zu einer Enge im Bereich der Halsschlagadern, wird das Gehirn nicht mehr genügend durchblutet. Auch können sich kleine Stücke der Gefäßablagerungen lösen und eine kleinere Ader im Gehirn verstopfen. Geschieht dies sehr plötzlich, kommt es zu einem Schlaganfall, wobei sich die Ausfälle (von Sehstörungen oder vorrübergehendem Kribbeln in einer Extremität bis zur Lähmung einer Körperhälfte) nach der betroffenen Gehirnregion richten. Der Farbdoppler kann hier zum einen den Zustand der Gefäße und das Ausmaß der Veränderungen darstellen, zum anderen läßt sich in der Farbdarstellung und durch das Aufzeichnen von Blutflusskurven auch sehr genau die Auswirkung auf die Durchblutung messen. Neue Entwicklungen wie die dreidimensionale Darstellung erlauben eine noch tiefergehende Diagnostik. In der Regelklären wir auffällige Befunde weiter mit einer MR Angiographie oder eine digitalen Subtraktionsangiographie an.

Lymphknoten

Vergrößerte Lymphknoten sind sehr häufig und finden sich überwiegend bei Infekten oder nach kleinen Verletzungen, wenn der Körper seine Abwehr mobilisiert. Manchmal können Lymphknoten aber auch von bösartigen Zellen befallen werden, z.B. wenn ein Tumor an anderer Stelle streut (metastasiert) oder im Rahmen einer Leukämie. Der Ultraschall kann anhand der Form und Größe, verdächtige von harmlosen Lymphknoten unterscheiden. Ggf. wird mittels einer dünnen Nadel eine Zellprobe entnommen, die weiteren Aufschluss über die Ursache der Veränderung geben kann.

Schultern

Eine häufige Erkrankung ist die schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schultern, die meist auch mit nächtlichen Schmerzen einhergeht. Die Ursache ist meist ein Verschleiß der Sehnen im Schultergelenk, die im Laufe des Lebens ausdünnen, z.T. auch Kalk einlagern und zu einer Reizung des Gelenks führen. Kommt dann zusätzlich noch eine plötzliche Belastung - wie beim Heben - hinzu, kann die Sehne sogar abreißen. Auch hier hilft der Ultraschall als erste, orientierende Untersuchung, da der größte Teil der Sehnen gut einzusehen ist. Auch Verkalkungen und Schleimbeutelentzündungen lassen sich gut darstellen. Ergänzend zum Ultraschall wird heute häufig die Kernspintomographie (MR) eingesetzt, die auch kleinste Veränderungen in den dem Ultraschall nicht zugänglichen Bereichen sicher darstellt.

Haben wir Verkalkungen im Bereich der Schultermuskulatur erkannt, können wir diese lokal infiltrieren und den Kalk medikamentös auflösen, alternativ können wir den Kalk auch mit einem Stoßwellengerät auflösen.

Brust

Die häufigste Methode zur Untersuchung der Brust ist die Mammographie, die als einzige sehr frühe Formen bösartiger Veränderungen entdecken kann. Der Ultraschall ist aber sehr hilfreich bei jeder tastbaren Schwellung der Brust ("Knoten") sowie zur Ergänzung der Mammographie z.B. bei sehr dichtem Drüsengewebe. Insbesondere bei jungen Frauen ist die Sonographie die Untersuchungsmethode der ersten Wahl, da keine Röntgenstrahlen verwendet werden. Bei den plötzlich auftretenden Knoten in der Brust handelt es sich meist um gutartige Veränderungen, z.B. um Zysten. Diese können mit Hilfe der Sonographie sicher dargestellt und ggf. entleert werden, falls sie Beschwerden verursachen.

Bauch

Ausser den großen Organen wie Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz und Nieren lassen sich auch die anderen Abschnitte des Bauches mit Ultraschall untersuchen. So kann man z.B. die großen Arterien und Venen, Lymphknoten und Teile des Darmes darstellen. Eine Blinddarmentzündung im akuten Stadium lässt sich meist gut erkennen, auch andere entzündliche oder tumoröse Veränderungen sind sonographisch zu erfassen. Leider ist der Ultraschall in diesem Bereich nur eindeutig, wenn sich eine Erklärung für die Beschwerden finden lässt. Da der Darm häufig Luft enthält, können sich Veränderungen dahinter verbergen. Dann müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Leber/Galle

Ein klassisches und vielen Patienten bekanntes Einsatzgebiet des Ultraschalls ist die Untersuchung der Leber und Galle bei Verdacht auf Gallensteine. Im Gegensatz zu Untersuchungen mit Röntgenstrahlen sieht man hier auch nicht-kalkhaltige Steine und kann die Gallenblase auf Entzündungen hin untersuchen. Auch bei einer Gallenkolik, wenn ein Stein in den engen Gallengänge steckenbleibt, finden sich im Ultraschall charakteristische Veränderungen, so dass Röntgenuntersuchungen meist vermieden werden können.

In der Leber können sich viele Veränderungen finden, z.B. Zysten und Blutschwämme, gutartige knotige Veränderungen, aber auch bösartige Tumore und deren Absiedlungen. Hier dient die Sonographie häufig als erstes Untersuchungsverfahren, um diese Veränderungen aufzuspüren. Bei unklaren Befunden wird dann meist noch eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie durchgeführt.

Beinschlagadern

Gefäßveränderungen in den Becken-Beinschlagadern mit Einengung der Blutstrombahn äußern sich meist als sog."Schaufensterkrankheit". Dabei treten nach einer bestimmten Gehstrecke Schmerzen in den Muskeln auf, die in Ruhe rasch wieder abklingen. Schreitet die Erkrankung fort, kann es zum Absterben der minderdurchbluteten Teile kommen.

Hier kann der Ultraschall, ähnlich wie bei den Halsschlagadern, sehr früh Veränderungen der Gefäßwände erfassen. Verengungen lassen sich lokalisieren und der Einfluss auf die Blutströmung bestimmen. Alle Patienten mit diesen Veränderungen erhalten bei uns in der Regel noch eine MR Angiographie. Dann können wir mit dem Patienten entscheiden, ob wir die Engstelle minimal-invasiv (PTA, Ballon, Stent) oder ob man operieren muss.

Venen

Ein interessantes Gebiet der Ultraschalldiagnostik ist die Darstellung der Venen, insbesondere der Beinvenen. Heutzutage ist diese Untersuchung bei dem Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose häufig die erste Untersuchung, noch vor der Phlebographie (Kontrastmittel-Röntgenuntersuchung), die wir aber ebenfalls häufig einsetzten. Meist lässt sich eine Thrombose sicher nachweisen oder ausschließen, manchmal ist eine ergänzende oder ersetzende Phlebographie erforderlich, da die Phlebographie die Thrombosen, insbesondere am Unterschenkel genauer zeigen kann.. Durch die ständig verbesserte Ultraschall-Technik kommt die Sonographie zunehmend auch zur Darstellung von Krampfadern (Varizen) und oberflächlichen Venenentzündungen zum Einsatz. Manchmal ist aber Schmerz im Unterschenkel gar nicht durch eine Thrombose bedingt, sondern durch Veränderungen in den Muskeln oder Gelenken, z.B. durch eine Kniegelenkscyste (Baker-Cyste). Diese Veränderungen lassen sich ebenfalls sicher im Ultraschall nachweisen. Unser Beispiel zeigt eine Thrombose im Bereich des Unterschenkels, welche sich unbehandelt weiter ausdehnen kann.

Muskeln/Sehnen

Beim Sport oder ungewohnter Beanspruchung von Muskeln oder Sehnen kann es zu Einrissen des Gewebes bis hin zum Abriss einer Sehne kommen. Bei chronischer Überlastung oder durch Verschleiß kommt es gelegentlich zu Flüssigkeitsansammlungen in Schleimbeuteln, welche ebenfalls schmerzhaft sein können. Auch kleine Zysten an Sehnen oder Gelenken sind häufig und führen zu Beschwerden. Die meisten dieser Veränderungen sind im Ultraschall gut abzuklären.


 
 
 
 
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