Telefon: +49 7136 270 5050
Telefax: +49 7136 270 5051

Nuklearmedizin Therapie

Die nuklearmedizinische Therapie wird heute im wesentlichen mit sogenannten Beta-Strahlern durchgeführt, nur ausnahmsweise werden Alpha-Strahler (z.B. bei der Bechterewschen Erkrankung) verwandt.

Die Vorteile der Beta-Strahler bestehen unter anderem in ihrer kurzen Reichweite (mm oder weniger), dadurch sind hohe Dosen am Wirkort bei weitestgehender Schonung der Umgebung möglich. Die nuklearmedizinische Therapie beruht auf zwei wesentlichen Wirkprinzipien: zum einen in der Anreicherung des (oral oder intravenös verabreichten) Radiopharmakons über Stoffwechselprozesse oder Rezeptoren am gewünschten Wirkort, zum anderen auf der örtlich begrenzten Instillation des Radiopharmakons am Wirkort (z.B.Gelenk nach Gelenkpunktion).

Radiojodtherapie der Schilddrüse

Die Radiojodtherapie der Schilddrüse wird aus Gründen des Strahlenschutzes nur unter stationären Bedingungen durchgeführt. Wir halten hierzu unserer Radiojodtherapiestation R 20 mit 3 speziell eingerichteten Zimmern vor. Die Terminvereinbarung bitten wir über unsere Radiologieanmeldung vorzunehmen.

Radiosynoviorthese

Die Radiosynoviorthese ist ein nuklearmedizinisches Behandlungsverfahren zur örtlichen Behandlung von
chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen. Dabei wird eine strahlende Substanz unter
Durchleuchtungskontrolle in das betroffene Gelenk eingespritzt und wirkt dann örtlich nur in diesem Gelenk, ohne dass der Restkörper geschädigt wird. So können hohe Strahlendosen an den Krankheitsherd gebracht werden bei höchstmöglicher Schonung der Umgebung bzw. des gesunden Gewebes. Zweck sind die Beseitigung des Schmerzes und der Entzündung sowie eine Verhinderung des weiteren Gelenkverschleisses.

Radionuklidtherapie schmerzhafter Knochenmetastasen

Wenn Knochenschmerzen als Folge von Absiedlungen einer bösartigen Systemerkrankung vorliegen und diese Absiedlungen im Knochenszintigramm eine vermehrte Tracerspeicherung gezeigt haben, besteht die Möglichkeit, mittels strahlender Substanzen (Radionuklide) diese Metastasen und damit auch die Schmerzen zu bekämpfen. Kleine Absiedlungen können vernichtet werden, größere Metastasen werden am Wachstum gehindert und schrumpfen häufig. Wegen der geringen Nebenwirkungen wird für die Radionuklidtherapie zur Zeit Samarium-153-EDTMP bevorzugt. Dieses wird intravenös injiziert, die Behandlung erfolgt ambulant und kann gegebenenfalls mehrfach wiederholt werden.

Generell zeichnen sich nuklearmedizinische Therapieverfahren durch eine geringe Nebenwirkungsrate aus. Umfangreiche Gewebsschäden (wie z.B. bei operativen Eingriffen) treten nicht auf, das in der Öffentlichkeit immer wieder diskutierte Risiko von Strahlenschäden wurde in zahlreichen und umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen über einen langen Beobachtungszeitraum widerlegt bzw. als sehr gering eingestuft!

 
© Copyright Zentrum für Radiologie im Klinikum am Plattenwald 2015